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Der Papiertiger: Hepatitis

 
   
   
   
   
   
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Der Papiertiger ist eine Enzyklopädie des Sadomasochismus, zusammengestellt von Datenschlag. Hier versuchen wir, möglichst umfassend, Begriffe aus dem SM-Bereich zu erklären.



Entzündung der Leber, die häufig mit einer Gelbfärbung der Haut und Augen einhergeht (daher der Begriff "Gelbsucht"). Beim Sex können Viren übertragen werden, die die Leber befallen und eine Hepatitis auslösen können. Je nach Art der Viren heißen diese Hepatitiserkrankungen A, B, C etc. Wir behandeln hier nicht die allgemeinen Risiken, sich eine Hepatitis im Urlaub zuzuziehen, sondern nur die SM-spezifischen Aspekte. Detailliertere Informationen über Hepatitis finden sich z.B. unter www.hepatitis-hilfe.de.

Hepatitis A
Das Virus kommt im Kot infizierter Personen vor. Übertragen werden kann es u.a. durch Praktiken, bei denen man mit Kot in Berührung kommt (siehe Koprophilie, Rimming). Die Erkrankung verläuft meist harmlos und heilt normalerweise völlig aus. Nach einer Hepatitis A-Infektion ist man meist lebenslänglich immun. Eine Impfung gegen Hepatitis A ist möglich (s.u.).

Hepatitis B
Das Virus kommt in Blut, Sperma, Speichel und Scheidensekret infizierter Personen vor. Infizieren kann man sich sowohl über die unter Hepatitis C aufgeführten Blut-Übertragungswege als auch beim Sex. Ob Hepatitis B auch über Pissspiele übertragen werden kann, ist umstritten. Besonders riskant sind Analverkehr und Oralverkehr ohne Kondom. Kondome können das Risiko einer Ansteckung allerdings lediglich verringern; sicheren Schutz bietet nur eine Impfung (s.u.). Eine Hepatitis B wird in der Hälfte bis zu zwei Dritteln aller Fälle gar nicht bemerkt. In 5-10% aller Fälle heilt sie nicht aus und wird chronisch.

Hepatitis C
Das Virus wird vor allem über das Blut infizierter Personen übertragen. Riskant sind daher Analverkehr ohne Kondom (weil es dabei leicht zu kleinen Schleimhautrissen und daher zu Blutkontakt kommen kann) und anderer Kontakt zu fremdem Blut (Tausch von Schlaginstrumenten, Blutspiele (s. Eintr.: Blut), Schneidespiele, Piercing). Die Hepatitis C ist die gefährlichste Hepatitis: in über 50% der Fälle kommt es zu einer chronischen Leberentzündung mit Gefahr einer Leberzirrhose (20% der Fälle), die eine Lebertransplantation nötig machen kann. In 2% der Fälle kommt es zu einem rasanten, oft tödlichen Verlauf. Die Gefahr, nach einer Hepatitis C ein Leberkarzinom zu entwickeln, ist wesentlich größer als bei Hepatitis B. 90% aller Erkrankungen werden nicht bemerkt. Eine Impfung ist zur Zeit nicht möglich. Der einzige Schutz ist die Vorbeugung.

Impfung
Gegen Hepatitis A und B kann man sich impfen lassen. Wer mit Blut oder Kot spielen möchte oder oft wechselnde Partner hat, sollte sich unbedingt impfen lassen. Gebräuchlich ist ein Kombinations-Impfstoff, der dreimal gespritzt werden muss: beim ersten Termin, einen Monat später und noch einmal sechs Monate nach der ersten Impfung.

Für "besonders gefährdete" Personen wird der Hepatitis-B-Impfschutz von der WHO und der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen. Homosexuelle gelten dabei als Risikogruppe, was genaugenommen gefährlicher Unfug ist: Es gibt keine "homosexuellen Sexualpraktiken"; das Risiko darf bei heterosexuellen Sadomasochisten als ebenso hoch angesehen werden. Weil Sadomasochisten bislang nicht als Risikogruppe gelten, nutzt es auch gar nichts, sich vor dem Arzt zu outen - wenn man dagegen sagt, man sei eine "Kontaktperson", übernimmt die Krankenkasse in der Regel die Kosten für die Impfung. Zu sagen, man wolle sich impfen lassen, um in ein Land mit hohem Infektionsrisiko in Urlaub zu fahren, empfiehlt sich dagegen nicht, da hierbei die Kassen die Kosten nicht übernehmen. Die Frage der Kostenübernahme sollte unbedingt vorher mit dem Arzt geklärt werden, da die Impfung nicht billig ist. Es kann empfehlenswert sein, einen schwulen Arzt aufzusuchen.

 

Synonyme: Gelbsucht

Auf diesen Eintrag verweisen: Blut, Infektionen, Kondome, Pissspiele, Schneidespiel, Sicherheit

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