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Der Papiertiger: Presse

 
   
   
   
   
   
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Prinzip

Der Papiertiger ist eine Enzyklopädie des Sadomasochismus, zusammengestellt von Datenschlag. Hier versuchen wir, möglichst umfassend, Begriffe aus dem SM-Bereich zu erklären.



Die Berichterstattung über den Sadomasochismus in der Presse ist häufig durch Vorurteile verzerrt, die sich aus inzwischen überholten Bereichen der Wissenschaft (s. Eintr.: Forschung) und dem Kitzel der Sensation speisen.
Ein grobes Zeichen dafür, wie ernsthaft Journalismus betrieben wird, ist die Wortwahl: redet der Moderator oder Talkmaster vom Sadomasochismus hat man gute Chancen, daß es sich um eine seriöse Reportage handelt, wird aber Sado-Maso benutzt, kann man mit fast völliger Sicherheit sagen, daß die Ausrichtung des Beitrags auf reine Sensationsgeilheit ist.

Beim Umgang mit Massenmedien, insbesondere dem Fernsehen, sollten Sadomasochisten, die nicht sowieso schon Medienprofis sind, beachten:

Ziel von Massenmedien ist nicht die Verbreitung von objektiven Informationen, sondern das Erreichen einer möglichst grossen Anzahl von Zuschauern. Seltene Ausnahmen bestätigen nur diese Regel und inzwischen gilt sie auch ausdrücklich für die öffentlich-rechtlichen Sender in Deutschland. Ein Bericht ist für die Massenmedien um so wertvoller, je kontroverser und sensationalistischer er ist.

Aus den oben Gesagten ergeben sich folgende Regeln für Sadomasochisten beim Umgang mit Massenmedien:

Selbstsicher und entschlossen auftreten.
Wegen der gängigen Vorurteile gegenüber weiblichen Sadomasochistinnen sehen sich Frauen immer noch häufig mit der Vorstellung der unterwürfigen, geknechteten grauen Maus, wie auch auf der anderen Seite das Bild der professionellen Domina konfrontiert.

Brutal vereinfachen.
Die Zeitscheibe, die einem zur Verfügung steht, reicht nicht aus, um die komplexen Zusammenhänge des Sadomasochismus ausreichend zu erklären. Daher müssen sie entsprechend der Vorstellung des Soundbites auf kurze, prägnante Formeln reduziert werden, die ohne wenn und aber durchgedrückt werden. Daher sind differenzierende Formulierungen wie das kommt darauf an problematisch.
Es wird dabei in Kauf genommen, daß es zu einer Art Kinderversion des Sadomasochismus kommt, was dem Wissen der Allgemeinheit über das Thema auch ungefähr entsprechend ist.
Es gibt inzwischen auch eine Reihe intuitiv einleuchtender Bilder, wie dem des Baum des Sadomasochismus.

Stereotypen brechen.
Im öffentlichen Bewusstsein existiert ein zusammenhängender Komplex von Vorurteilen bezüglich Sadomasochisten - eins dieser Vorurteile zu bestätigen heisst, dem ganzen Gebilde Vorschub zu leisten. Auch hier ist das Vorurteil einer schüchternen, unterwürfigen Frau eins der ersten, dem offen begegnet werden muss.

Zu den frühsten Berichten über Sadomasochismus im Fernsehen gehören eine Ausgabe von Schreinemachers Live
auf Sat1 in 1992.

Um verzerrte Darstellungen zu korrigieren ist in Printmedien der Leserbrief eine immer noch aktuelle Möglichkeit. Datenschlag hat unter www.datenschlag.org/txt/kolebri.html einen Text verfasst, der die wichtigsten Kriterien eines guten Leserbriefes zusammenfasst.

 

Synonyme: Massenmedien, Öffentlichkeitsarbeit

Siehe auch: SM-Welle

Auf diesen Eintrag verweisen: Sado-Maso

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Kommentare und Ergänzungen zu diesem Papiertiger-Eintrag:
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Stand: 12.02.2001.

 

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